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Auf Mallorca ist der Teufel los

Veröffentlich am 24 Oktober 2019

Wenn Teufel tanzen und Drachen Feuer speien

Die Fiestas auf Mallorca haben meist eine viele Jahrhunderte alte Tradition aus heidnischem und religiösem Ursprung und haben eine wichtige soziale Funktion, sie verbinden Menschen, Familien, Freunde und Dorfgemeinschaften beim gemeinsamen Feiern, Essen, Trinken und Tanzen. Manchmal dauern die Feste eine ganze Woche und länger. Vor allem bei den Patronatsfesten, wenn jedes Dorf seinen Schutzheiligen ehrt. Neben den traditionellen Dudelsackpfeifer, Flötisten und Trommlern werden die Fiestas heute auch mit modernem Sound mallorquinischer Rockbands aufgepeppt. Die Hauptatraktion eines jeden Forffestes sind die Dimonis. Den Tanz der Teufel gab es schon im zwölften Jahrundert in Katalonien. Auch auf Mallorca zogen seit jeher bei lokalen Festen Teufel durch die Straßen um ihren Schabernack zu treiben. Doch richtig wild trieben es die Dimonis erst seit 1988. Eine Gruppe von kreativen Köpfen und Schauspielern um Carles Molinet Picó, dem Direktor der Balearischen Schauspielschule, veranstalteten erstmalig ein teuflisches, wildes Spektakel mit kreischenden Kettensägen, Funken sprühende Feuerwerkskörper und heulenden Sirenen. Schnell wurde das Spektakel von anderen Dörfern aufgegriffen. In Alaró und Sa Pobla führten sie die sogenannte „Nit de foc“ 1988 das erste Mal auf, später in Santa Margalida und dann auf der ganzen Insel. Der erste Correfóc, der Feuerlauf, wurde sogar erst seit 1993 in Sant Joan zur Johannisnacht veranstaltet. Heute gibt es kaum ein Dorffest, wo nicht die Teufel ihr Unwesen treiben. 

Sant Antoni zum Beispiel.Zu Ehren des Schutzheiligen der Tiere finden n den Dörfern der Insel Tiersegnungen statt. Doch am Vorabend wird der Heilige Antonius erst mal in Versuchung geführt. Die Teufel, Dimonis, tanzen um große Scheiterhaufen und verhöhnen den Heiligen in Form des Gemeindepfarrers mit allen Teufelsbosheiten, die sie auf Lager haben. Mit dem Zeichen des Kreuzes werden die Teufel vertrieben; in ihrem Zorn zerschmeißen sie laut und klirrend Geschirr. Am nächsten Tag werden dann die Tiere gesegnet. Oft kommt die ganze Familie mit allem Getier auf dem Traktor zur Prozession, dabei wird kräftig Hierbas und Moscatel getrunken. Abends werden Barbecue-Feuer in den Straßen entzündet und bis spät in die Nacht gegrillt. Dazu ziehen Dimonis durch die Straßen. Epizentrum der Sant-Antoni-Feierlichkeiten ist die kleine Ortschaft Sa Pobla im Inselinneren. Hier findet auf der Plaça am 16. Januar gegen 22 Uhr ein Licht- und Musikspektakel statt. 

Spitzhauben und Trommelschläge statt Osterhase und Eier

Trommelschläge, Kettenrasseln und maskierte Menschen mit Spitzhauben auf dem Kopf schreiten schweigend durch die Straßen. Ostern zählt auf Mallorca nicht nur zu den wichtigsten und eindrucksvollsten Events. Dörfer und Städte verwandeln sich während der Karwoche zum Schauplatz eines fremden, exotischen und teils schaurigen Spektakels. Die Oster-Prozessionen, mit denen die Brüderschaften den Kreuzweg von Jesus während der Heiligen Wochen nachstellen, haben sich auf Mallorca ebenso wie in anderen Regionen Spaniens zu einer unbeabsichtigten Touristenattraktion entwickelt. Beginnend mit dem Palmsonntag, also dem Sonntag vor Ostern am 25. März, findet praktisch an jedem Tag bis Karfreitag eine Prozession statt, allein 15 davon in Palma. Höhepunkte sind die großen Umzüge am Gründonnerstag und am Karfreitag mit über 4.000 Teilnehmern in der Hauptstadt, die über mehrere Stunden dauern und oftmals erst weit nach Mitternacht enden. Vor allem die Prozessionen in kleineren Orten erlauben, das feierliche, geheimnisvolle Gefühl der einstigen Büßer hautnahe mitzuerleben. Empfehlenswert ist beispielsweise die Prozession am Donnerstagabend in Sineu, wenn die Büßer mit ihren Trommeln durch die kleinen Gassen ziehen.

 

Piratenschlacht in Sóller

An jedem zweiten Mai-Wochenende verwandelt sich das kleine Städtchen Sóller im Westen Mallorcas in den Schauplatz eines sehenswerten Piraten-Spektakels. Nachgestellt wird hier von Einwohnern des Ortes ein historisches Ereignis: Am 11. Mai 1561 landete eine Flotte maurischer Piraten im Hafen von Sóller, worauf es zu einem erbitterten Kampf zwischen Einheimischen und Invasoren kam, den Erstere am Ende trotz Unterzahl für sich entscheiden konnten. Das Spektakel beginnt standesgemäß gegen 16 Uhr im Hafen und zieht sich von dort weiter hinauf bis zur Plaça des rund zweieinhalb Kilometer entfernten Dorfes. „Moros y Cristianos“ ist Teil der Festwoche „Es Firó“ in Sóller, bei der den Besuchern neben einem bunten Rahmenprogramm mit Musikkonzerten und diversen Kulturevents auch Ausstellungen landwirtschaftlicher Geräte, Tiere und Kunsthandwerk geboten werden. Das viertägige Fest ist das populärste Fest unter den Einheimischen dieser Gegend mit zahlreichen kulturellen und sportlichen Festakten.

 

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